Je 20 Schülerinnen und Schüler und drei Lehrkräfte aus Dortmund und Wetter wurden am Flughafen, an den Schulen und in den Familien herzlich willkommen geheißen und konnten beim Potluck, einer Begrüßungsfeier mit Mitbringbuffet, leckeres amerikanisches Essen und großzügige Gastfreundschaft kennen lernen.
Schon während ersten gemeinsamen Ausflugs zur Living History Farm sind wir tief in die Geschichte Iowas eingetaucht und haben viel über die Lebensweise der ursprünglich hier lebenden Native Americans, der Ioway, die Namensgeber des Bundesstaates, sowie über die Entwicklung und Bedeutung der Arbeit der “pioneers” auf den Farmen gelernt. Besonders gelungen war hier, dass Darstellerinnen und Darsteller in authentischen Kostümen Native Americans, Farmer und Handwerker verkörperten und unsere Schülerinnen und Schüler durch kurze Vorträge und Gespräche mit in ihre jeweilige Zeit entführten. Dabei wurde auch deutlich, dass die Besiedlung durch die Pioniere für die Ioway Verdrängung bedeutete – ein Aspekt, der zum Nachdenken anregte.
Den amerikanischen Nationalstolz spürten wir täglich beim morgendlichen “Pledge of Allegiance” in den Schulen, zu dem alle US-Bürger aufstehen, die Hand über das Herz halten und innehalten. Beim Besuch des Kapitols in der Bundeshauptstadt Des Moines erhielten wir vertiefte Einblicke in politische Geschichte und Prozesse und waren sehr beeindruckt von der Architektur und prunkvollen Gestaltung. In der wunderschönen Bibliothek spielte unser „Guide“, der über einen universitären Abschluss in „theatre“ verfügt, sogar die berühmte Balkonszene von Shakespeares „Romeo und Julia“ vor. Besonders spannend war außerdem das Lokalderby, bei dem zwei unserer drei Partnerschulen, die Warriors und die Wolves, bei eisiger Kälte und wunderschönem Sonnenuntergang gegeneinander im American Football antraten, selbstverständlich nicht ohne vorher zum großen „tailgate“, einem gemeinsamen Picknick und Beisammensein vor dem Spiel, einzuladen.
Letztlich stellten aber das Leben in amerikanischen Familien, die großartigen Ausflüge, die diese mit uns durchführten, und das Teilnehmen am (Schul-)alltag den größten Gewinn des Austauschs dar. Hier sprachen unsere Schülerinnen und Schüler jeden Tag Englisch, erlebten eine andere Kultur von innen, verglichen Schul- und Familienleben mit dem eigenen und wuchsen an der Herausforderung, sich selbstständig in einem fremden Umfeld zurechtzufinden. Entsprechend dramatisch und tränenreich waren die Abschiedsszenen am Flughafen. Doch die fantastischen Eindrücke von der Metropole Chicago, der Wiege der Wolkenkratzer, mit dem morgendlichen Laufen zum „sunrise“ am Lake Michigan, dem Besuch des Millennium Parks sowie des Willis Tower und der leckeren „deepdish pizza“ konnten die meisten Schülerinnen und Schüler zumindest etwas trösten.
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