9. September 2026

„Demokratie leben“: Rückblick auf unser Jahresmotto 2025/2026

Das Jahresmotto „Demokratie leben“ prägte in diesem Jahr zahlreiche Aktionen, Begegnungen und Projekte unserer Schulgemeinschaft. Unser Anspruch war dabei, die Phänomene Demokratie, Teilhabe und Verantwortung im Schulalltag sichtbar, erfahrbar und diskutierbar zu machen.

Zum Auftakt stand die Auszeichnung der Geschichts-AG mit dem Heimatpreis, die zugleich Anerkennung und Ansporn für das weitere Engagement war. Die Arbeitsgemeinschaft, in der Biografien Verfolgter des NS-Regimes aus Wetter erarbeitet werden, geht jetzt bereits in ihr drittes Jahr.

Einen ersten Höhepunkt stellte dann die Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl dar. Dabei kamen unterschiedliche Perspektiven auf demokratisches Zusammenleben, Beteiligung und Verantwortung zusammen und wurden intensiv und kontrovers diskutiert. Die professionelle Vorbereitung und souveräne Moderation seitens unserer Schülerinnen und Schüler wurde sowohl von den Teilnehmenden als auch von den Gästen der anderen weiterführenden Schulen hochgelobt.

Im Umfeld der Kommunalwahl rückte die Bedeutung politischer Teilhabe weiter in den Mittelpunkt. Plakate und Flyer mit Wahlaufrufen machten deutlich, wie wichtig es ist, demokratische Rechte bewusst wahrzunehmen und wurden in der Schule und im Stadtgebiet ausgehängt. Ein Besuch des Ruhrparlaments gab Einblicke in den Aufbau der Institution, die Gremienarbeit sowie den Ablauf und die Möglichkeit zur Teilhabe an wichtigen Projekten, die unsere Region betreffen, etwa in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Umwelt.

Auch das Erinnern und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Verantwortung gehörten zum Jahresmotto. Am Volkstrauertag wurde der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Schülerinnen und Schüler unserer Schule gestalteten die zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Wetter mit und erinnerten an Herbert Sabiers, dessen Familie zu den letzten Opfern auf dem Wetteraner Stadtgebiet zählte.

Die Aktion Rote Schuhe gegen Gewalt an Frauen setzte ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und machte auf ein Thema aufmerksam, das demokratische Gesellschaften nicht ausblenden dürfen.

Anlässlich des IDAHOBIT-Tags fand zudem ein Kuchenverkauf mit Infostand statt. Der „International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia“ setzt weltweit ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt, Akzeptanz und ein respektvolles Miteinander. Auch unsere Schulgemeinschaft nutzte diesen Tag, um zu informieren, ins Gespräch zu kommen und Haltung für eine offene und vielfältige Gesellschaft zu zeigen.

In der Woche der Vielfalt wurde das Engagement fortgesetzt: Mit Plakaten gegen Rassismus warben wir für Respekt, Toleranz und ein friedliches Miteinander.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Holo-Voices für die Jahrgangsstufen 8 bis Q1. Es ermöglichte eine intensive Auseinandersetzung mit historischen Stimmen, persönlichen Geschichten und der Frage, wie Erinnerung in der Gegenwart wirksam werden kann. Wir sind damit die einzige Schule in NRW, die in so großer Zahl an diesem Projekt teilhaben konnte. Wissenschaftlich begleitet wurde das Vorhaben durch Studierende der Ruhr-Universität Bochum, die Interviews mit Schülerinnen und Schülern geführt haben, die aktuell im Rahmen einer Forschungsarbeit ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden der Schulgemeinschaft zur Verfügung gestellt.

Besondere Anerkennung fand die Arbeit unserer Schülerinnen und Schüler auch durch verschiedene Preise: Im Rahmen des Wettbewerbs „Demokratisch Handeln“ wurden die Projekte Rote Schuhe gegen Gewalt an Frauen sowie die Arbeit der Geschichts-AG regional gewürdigt. Nachdem die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte vor einer hochkarätig besetzten Jury vorgestellt hatten, wurde das Projekt der Geschichts-AG als herausragendes Beispiel für gelungene Demokratiebildung für den Bundespreis vorgeschlagen und darf nun das Badge als ausgezeichnetes Projekt tragen. Ein Brief der Bundestagsabgeordneten Dr. Strauss-Köster, der den Einsatz der Lernenden, Verantwortung für die eigene Stadt und deren Geschichte zu übernehmen, lobte, unterstrich zudem, dass das Engagement der Schule auch außerhalb der Schulgemeinschaft wahrgenommen wurde.

Begleitet wurde das Jahr durch weitere Treffen der Arbeitsgemeinschaft, in denen Ideen gesammelt, Aktionen geplant und Erfahrungen ausgewertet wurden. Die Fahrt zur ehemaligen Tötungsanstalt Hadamar und die intensive Auseinandersetzung mit Schicksalen der Menschen, die dort ermordet wurden, verdeutlichte nochmals die Bedeutsamkeit des Erinnerns. Die Schülerinnen verarbeiteten ihre Erfahrungen in sehr reflektierten und berührenden Beiträgen.

Auch das inzwischen traditionelle gemeinsame Pizza-Essen mit dem Bürgermeister der Stadt Wetter war Teil dieses Prozesses: Es bot Raum für Austausch, Wertschätzung und einen Rückblick auf das bereits Erreichte. Ein Besuch des Fachbereichs Public History in Bochum eröffnete darüber hinaus neue Perspektiven darauf, wie Geschichte vermittelt wird und welche Bedeutung Erinnerungskultur für eine lebendige Demokratie hat.

Den krönenden Abschluss bildete die Projektwoche, in der das Jahresmotto noch einmal gebündelt aufgegriffen und auf vielfältige Weise weitergeführt wurde. So wurde sichtbar, dass Demokratie nicht nur in großen politischen Ereignissen stattfindet, sondern vor allem dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen und sich einbringen.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für ihr großes Engagement. Mit dem Blick zurück auf dieses ereignisreiche Jahr freuen wir uns nun auf unser neues Jahresmotto. Zugleich bleibt die Erfahrung bestehen: Demokratie lebt davon, dass sie immer wieder neu gestaltet, verteidigt und im Alltag gelebt wird.

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