Erprobungsstufe 

(Jahrgangsstufen 5 und 6)

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) bietet ein vielfältiges und ausgewogenes Bildungs- und Erziehungsangebot mit sprachlichen, naturwissenschaftlichen, gesellschaftswissenschaftlichen, musischen, künstlerischen und sportlichen Aktivitäten.

In die Sekundarstufe I des Gymnasiums werden im Rahmen der Aufnahmekapazitäten der Schule auf Wunsch der Erziehungsberechtigten alle Kinder unabhängig von der Schulformempfehlung der Grundschule aufgenommen. Im Falle einer eingeschränkten oder fehlenden Gymnasialempfehlung erfolgt zuvor eine eingehende Beratung der Erziehungsberechtigten durch die aufnehmende Schule.

In der Erprobungsstufe bilden die Klassen 5 und 6 eine besondere pädagogische Einheit.

Innerhalb der Erprobungsstufe gehen die Schülerinnen und Schüler ohne Versetzung von der Klasse 5 in die Klasse 6 über, eine einmalige freiwillige Wiederholung einer der beiden Jahrgangsstufen ist auf Antrag der Erziehungsberechtigten nach Entscheidung der Erprobungsstufenkonferenz jedoch möglich. Am Ende der Klasse 6 entscheidet die Versetzungskonferenz mit der Versetzung der Schülerinnen und Schüler in die Klasse 7 auch über deren Eignung für den weiteren Besuch des Gymnasiums. Stellt die Versetzungskonferenz gegen Ende der Erprobungsstufe fest, dass die Schulform gewechselt werden muss, so wird den Erziehungsberechtigten eine entsprechende Empfehlung spätestens sechs Wochen vor Schuljahresende schriftlich übermittelt und gleichzeitig ein Beratungstermin angeboten. Auf Antrag der Eltern ist auch ein früherer Wechsel möglich, wenn dies im Interesse des Kindes geboten erscheint. Die Schulleitung unterstützt die Eltern beim Wechsel des Kindes in die empfohlene Schulform. (https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsystem/Schulformen/Gymnasium/Sek-I/Erprobungsstufe/index.html)

Unterrichtet werden die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Sekundarstufe I gemäß gültiger Stundentafel sowie auf der Grundlage der geltenden Kernlehrpläne. Alle im Schuljahr 2019/20 auf das Gymnasium wechselnde Schülerinnen und Schüler durchlaufen den neunjährigen (G9) gymnasialen Bildungsgang, für den, sobald die amtlichen Vorgaben vorliegen, die entsprechenden Stundentafeln und Kernlehrpläne entwickelt werden müssen.

Übergang Grundschule/Gymnasium

Der Übergang von eher kleinen Grundschulen zu einem großen Gymnasium bedeutet für die Kinder eine große Umstellung. Die Abkehr vom Klassenleiterprinzip hin zu einer Schulform, bei der sie von verschiedenen Lehrerinnen und Lehrern in zahlreichen Fachräumen unterrichtet werden, ist nur eines der Beispiele für die tiefgreifenden Veränderungen, die Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Grundschule zum Gymnasium vor neue Herausforderungen stellt.

Vor dem Hintergrund der Lernerfahrungen in der Grundschule führen unsere Lehrerinnen und Lehrer die Kinder in den zwei Jahren der Erprobungsstufe an die Fächer und Lernangebote, Unterrichtsmethoden, Anforderungen sowie Überprüfungsformen des Gymnasiums heran. Beobachtung und Entwicklung der Kompetenzen der Kinder erfolgen mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten die Perspektive eines dauerhaften Verbleibs am Gymnasium sicherer zu machen beziehungsweise eine dem Wohl des Kindes entsprechende Korrektur rechtzeitig vorzubereiten.

Schwerpunktsetzungen in den vier Halbjahren der 5 und 6 sind:

  • Konzentration auf den Umgang miteinander innerhalb der Klasse (5.1)
  • Konzentration auf den Umgang miteinander innerhalb der Stufe (5.2)
  • Konzentration auf den Umgang miteinander im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung einer Jahrgangsfahrt (6.1)
  • Vorbereitung auf die Mittelstufe (6.2).

Um den Übergang Grundschule/Gymnasium möglichst reibungslos zu gestalten, gehen wir in der ersten Phase folgendermaßen vor:

Das Kennenlernen der Kinder untereinander und ihrer Lehrerinnen und Lehrer sowie eine Orientierung im Gebäude stehen zunächst im Vordergrund. Schon vor den Sommerferien treffen die Grundschülerinnen und Grundschüler ihr Klassenleitertandem sowie ihre Mitschüler und Mitschülerinnen im zukünftigen Klassenraum. In den ersten Schultagen erkunden sie gemeinsam mit ihren Paten und Patinnen, also älteren Schülerinnen und Schülern, die sie fortlaufend beraten und begleiten, das Schulgebäude und die verschiedenen Fachräume. Eine Spieltonne voller Spiel- und Sportgeräte für den Schulhof soll die Kinder dazu anregen, in den Pausen aufeinander zuzugehen und sich gemeinsam zu bewegen.

In den ersten Schulwochen lernen die Schülerinnen und Schüler die Haus- und Schulordnung kennen und besprechen diese auch zu Hause mit ihren Eltern. Mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer werden Regeln für einen respektvollen Umgang miteinander vereinbart und Möglichkeiten für einen Umgang mit Konflikten besprochen. Die Kinder lernen die Streitschlichter/-innen kennen, an die sie sich neben den Paten/-innen oder Lehrerinnen und Lehrern wenden können, wenn sie selbst nicht mehr weiter kommen. Probleme und Anliegen innerhalb der Klasse werden im Klassenrat besprochen, einem Gremium, das nach demokratischen Prinzipien funktioniert und Teilhabe und Mitbestimmung ermöglicht.

Das GSG bietet außerdem ein breites Spektrum an Arbeitsgemeinschaften und außerunterrichtlichen Aktivitäten, das insbesondere von den jüngeren Schülerinnen und Schülern gern wahrgenommen wird. Klassenfeste, Ausflüge und Wandertage tragen zur Festigung der Klassengemeinschaft bei, genauso wie klassenübergreifende Veranstaltungen das Nikolaus-Fußballturnier, der Panamalauf, die Aktion „Frühjahrsputz“, die Musikfreizeit oder die mehrtägige Klassenfahrt mit der ganzen Stufe zu Beginn der 6. Klasse.

Indem wir Methoden oder Arbeitstechniken, die den Kindern aus der Grundschule geläufig sind, aufgreifen (z.B. Wochenpläne, Stationenlernen) und uns im Rahmen von Lehrersprechtagen und Erprobungsstufenkonferenzen mit den Grundschulkollegien austauschen, versuchen wir, den Schulwechsel möglichst sanft zu gestalten. Außerdem führen wir zu Beginn des Schuljahres einen Methodentag durch. Dabei wird das selbstständige Lernen, etwa die Organisation von Hausaufgaben, das Vorbereiten auf Klassenarbeiten, Gruppenarbeiten oder das Üben von Vokabeln, besonders in den Vordergrund gerückt.

Da viele Schülerinnen und Schüler nun einen längeren und ggf. schwierigeren Schulweg haben, nutzen wir die Zusammenarbeit mit der Polizei und VRR (Busschule) sowie ADAC, um auf die besonderen Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

Konzept der individuellen Förderung nach Interessensschwerpunkten

Jede Schülerin und jeder Schüler kann zusätzlich zum Gesamtangebot einen der folgenden Bildungsgänge wählen:

Musischer Bildungsgang „Bläserklasse“

Die Bläserklasse bietet den teilnehmenden Schülerinnen über zwei Jahre hinweg eine kontinuierliche musikalische Grundausbildung durch das Erlernen eines Blasinstruments. Als Lehrwerk kommt „Essential Elements“ zum Einsatz, das durch zusätzliches Notenmaterial für Konzertstücke ergänzt wird. Da die Kinder von der ersten Woche an mit ihren Instrumenten gemeinsam ein Klassenorchester bilden, besteht anders als im herkömmlichen Einzelunterricht eine besonders hohe und anhaltende Motivation zu üben. Außerdem wird von Anfang an das Zusammenspiel, das Aufeinanderhören gefördert. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass jedes Instrument eine wichtige Rolle für den Gesamtklang spielt. Gemeinsam arbeitet die gesamte Klasse schon nach wenigen Monaten auf den ersten Auftritt hin.

Zu Beginn der 5. Klasse können die Schülerinnen und Schüler während eines etwa vier Woche dauernden „Instrumentenkarussells“ alle zur Verfügung stehenden Instrumente kennenlernen und möglichst auch ausprobieren. Anschließend werden die Instrumente auf Grundlage der Schülerwünsche sowie der Eignungsrückmeldungen der Instrumentallehrer durch den Musiklehrer zugewiesen, vom Förderverein mit der Unterstützung von Sponsoren angeschafft und an die Schülerinnen und Schüler für zwei Jahre ausgeliehen.

Der eigentliche Instrumentalunterricht findet in der zusätzlichen Profilstunde statt, für die Arbeit mit dem Klassenorchester werden die beiden regulären Musikstunden verwendet. Der Instrumentalunterricht wird in Kleingruppen von bis zu sechs Kindern von qualifizierten Instrumentallehrern der Musikschule des Kulturzentrums Lichtburg erteilt. Die Schülerinnen und Schüler zahlen für Unterricht und Instrumentenleihe eine monatliche Gebühr von derzeit rund 30 €.

Um den Instrumentaltransport auf zwei Tage zu beschränken, arbeitet das Klassen- orchester nach Möglichkeit dienstags und donnerstags, während der Instrumental- unterricht mittwochs stattfindet. Die Instrumente können von Dienstag bis Donnerstag in der Schule verbleiben. Für die Aufbewahrung steht Raum 7 zur Verfügung; die Kinder erhalten Berechtigungskarten zur Ausleihe des Raumschlüssels. Das Klassenorchester arbeitet auf der Bühne der Aula, wo eine ausreichende Anzahl an Notenpulten zur Verfügung steht. Der Bläserklassenleiter verfügt über einen Grundstock an Pflege-und Wartungs-materialien für die Instrumente. Die Bläserklasse kann u.U. meist nach wenigen Monaten im Rahmen des „kleinen Schulkonzertes“ auftreten und ist in jedem Fall am Schulkonzert im Frühjahr beteiligt. Zu kleineren Auftritten bei verschiedenen schulischen Veranstaltungen kommen Pädagogisches Profil des GSG unter Umständen auch noch größere Konzerte außerhalb der Schule hinzu, so etwa ein Auftritt im Rahmen des Seefestes.

Bilingualer deutsch-englischer Bildungsgang

Die bilinguale Klasse bietet den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern über zwei Jahre hinweg einen besonders intensiven Zugang zur englischen Sprache und Kultur, indem sie in den Klassen 5 und 6 je zwei zusätzliche Wochenstunden Englischunterricht erhalten. Dadurch werden nicht nur allgemeinsprachliche kommunikative Fähigkeiten und Fertigkeiten produktiver und rezeptiver Natur besonders gefördert, sondern auch noch in besonderem Maße die Kreativität, Flexibilität und auch der Wissenshorizont der Kinder erweitert.

Ab der 7. Klasse wird der bilinguale Bildungsgang fortgeführt. Als erstes Sachfach wird in der Klasse 7 Erdkunde unterrichtet. In der Klasse 8 wird Geschichte in englischer Sprache unterrichtet. In der Klasse 9 werden dann Erdkunde und Geschichte in englischer Sprache unterrichtet.

In der Sekundarstufe II können die Grundkurse Geschichte oder Erdkunde als englischsprachige Kurse angewählt werden. Wird dann in der Qualifikationsphase zusätzlich Englisch als Leistungskurs gewählt, werden mit dem Abiturzeugnis Fremdsprachenkenntnisse auf dem Kompetenzniveau C1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) erreicht, wodurch die Sprachprüfung als Eingangsvoraussetzung an vielen Universitäten entfällt.

Naturwissenschaftlicher Bildungsgang

Die mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit besonderem Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften und trägt damit der zunehmenden Bedeutung der Technik in der modernen Welt Rechnung. Wegen der spezifischen Anforderungen und der Verstärkung des Unterrichtes ab Klasse 5 bei dieser Profilbildung müssen ebenso Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative mitgebracht werden. Im Vordergrund dieser Profilbildung steht, das Interesse an mathematisch-naturwissen-schaftlichen Fragestellungen zu wecken und die Begabungen der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, Inhalte interdisziplinär zu betrachten und somit unabhängig von einem Unterrichtsfach jeden Aspekt eines Problems zu beleuchten. Eine mögliche Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend forscht“ oder der „Mathe-Olympiade“ wird dadurch vorbereitet. Zudem hat das GSG das Gütesiegel „MINT-freundliche Schule”.