Volkstrauertag: GSG-Schülerinnen hinterfragten den Begriff des Helden

Wetter. Kriegserzählungen werden oft mit Erzählungen von Helden begleitet. Auf diese Weise soll die Identifikation mit einer einzelnen Person, gemeinsam mit einer Wertung, auch die Identifikation mit dem Kriegsgeschehen ermöglichen. Grund genug für die Schüler der Projektgruppe Erinnerungskultur des GSG Wetter, sich mit dem Begriff des Helden kritisch auseinanderzusetzen.

Bei der Kranzniederlegung am Volkstrauertag im Ehrenfriedhof im Park der Ruhe stellten Johanna Dolny, Sarah Solle (Q1), Julia Sauer und Walida Ziad Shamo (Q2) dar, wie der Begriff des Helden von der Kriegspropaganda lange Zeit missbraucht wurde. Sie betrachteten zum Beispiel Figuren wie Hindenburg oder von Richthofen, deren Heldenstatus im Sinne kriegstreiberischer Politik behauptet wurde.

Wahre Helden jedoch, so stellten die Projektteilnehmerinnen fest, findet man auf der Seite derjenigen, die im Dritten Reich Widerstand geleistet haben oder zu Kriegszeiten versucht haben, Menschlichkeit zu zeigen. In diesem Sinne steuerten die Schülerinnen eine Collage mit Bildern beispielsweise von Sophie Scholl, Oskar Schindler, Georges Loinger und den Soldaten des sogenannten Weihnachtswunders bei. Die Collage bleibt in der Schule erhalten und wird künftig in Raum 318 zu sehen sein. Denn das Gedenken ist für die Arbeitsgruppe immer auch ein Fingerzeig für unsere Zukunft. „Als wir mit der Arbeit begonnen haben, zeigte sich schnell, dass der Begriff des ‚Helden‘ differenziert zu betrachten ist“, sagt Lehrer Sebastian Berg, der das Projekt betreut hat. „Schnell stand fest, dass wir an echte Humanität erinnern wollten und zum Glück fanden die Schülerinnen bei ihrer Recherche genügend Vorbilder, die vorgemacht haben, wie man im wahrsten Sinne des Wortes ‚menschlich‘ handelt.“