Theaterstück „Alkohölle“ am GSG

Wie umgehen mit Alkohol? Weit verbreitet, aber oft tabuisiert, wird sein missbräuchlicher Konsum oftmals übersehen oder totgeschwiegen. Dem Thema nahm sich jetzt das Stück „Alkohölle“ vom Ensemble Theaterspiel Witten an, das es auf die Bühne des Geschwister-Scholl-Gymnasiums brachte.

Lena ist 19 und macht das, was viele Jugendliche und junge Erwachsene tun: Etwas unsicher aber Lebenshungrig und quirlig nimmt sie jede Feier mit, trinkt viel und erlebt eine Menge. Mit ihrer Band möchte sie groß rauskommen. Da bietet sich ein fragwürdiger Deal an: Der schleimig-manipulative Vertreter einer Alkopop-Marke nähert sich Ihr bei Ihrem Praktikum in einer Werbeagentur, um einen günstigen Deal für seine Werbekampagne herauszuschlagen. Vielleicht, so orakelt er, springt ja für Lenas Band ein guter Programmplatz beim Festival unter seinem Sponsoring heraus. Und ein paar Pröbchen werden sofort mit verkostet.

Lena, so erfährt das Publikum, hat allerdings ein schweres Erbe: Ihr Vater ist bei einer Suff-Fahrt ums Leben gekommen – zu viel für Lena, die diese Wahrheit am liebsten gar nicht sehen möchte. Die Familie hat das Ereignis bislang weitgehend verdrängt. Wird Lena auf die Dauer den Versuchungen des Alkohols widerstehen können? Oder wird gar das ausweichende Verhalten, das die aus ihrer Familie kennt, sie zu einer Sucht gefährden?

Die Schülerinnen und Schüler des GSG waren von der Geschichte und der Darstellung sichtlich angefasst. Entsprechend lebhaft gestaltete sich die Nachbesprechung, bei der auch die Jugendlichen auch auf die Macht der Getränkelobby zu sprechen kamen. Für einige Beiträge in der Nachbesprechung gab es sogar Szenenapplaus. Die Frage, wie es mit Lena weitergeht, blieb unbeantwortet, gab aber viel Diskussionsstoff.