Junior Akademie 2019 – Ein Erfahrungsbericht von Sofija Terzic

Sommer, Sonne, Schloss, Internat und freiwillig zur Schule gehen? Was sich wie ein Horrorszenario für die meisten Schülerinnen und Schüler anhört ist genau das, wie 54 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Junior Akademie Ostbevern 10 Tage ihrer Sommerferien verbracht haben. Die alljährige Junior Akademie ist eine Aktion der deutschen Bildungsministerien, die Schülerinnen und Schülern mit außergewöhnlichen akademischen Leistungen, die Möglichkeit bieten in einem Sommercamp gefordert zu werden und ihr ganzes Potenzial ausschöpfen zu können.

In den drei verschiedenen Kursen, nämlich Biomimicry, Nanotechnology und Investigating the Physical Universe, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Professoren, Lehrern und Fachleuten unterrichtet und steigen in Thematiken ein, die eigentlich nur ein Teil der ersten Unisemester in den Gebieten Physik, Chemie und Biologie sind. Und als wäre das nicht schon Herausforderung genug, findet alles obendrein noch ausschließlich auf Englisch statt. Ich habe mich für den Kurs Nanotechnology entschieden und setzte mich mit Themen, wie dem Quantenmodell der Atome, Nanogold und Graphen auseinander. Ein Großteil des Unterrichts setzte sich aus Forschungsaufgaben in Kleingruppen zusammen, jedoch gab es auch sogenannte „Lectures“, die einer Vorlesung an der Universität ähnelten. Auch wenn der Unterricht stets anspruchsvoll und interessant war, wurde alles durch eine angenehme Arbeitsatmosphäre und ein starkes Gemeinschaftsgefühl um einiges schöner.

Jedoch bot die Junior Akademie so viel mehr als das, sie bot ein umfangreiches und interessantes Ferienerlebnis, mit ausgewogenem Sport-, Musik-, Freizeit- und Kreativprogramm, sondern ermöglichte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit Gleichgesinnte, mit ähnlichem Interesse und vielen Gemeinsamkeiten kennenzulernen. In der Junior Akademie kannte man sich nicht bloß. Durch das ständige Zusammensein, nämlich vom Frühsport morgens um 06:00 Uhr bis zur vermeintlichen Bettruhe um 01:00 Uhr, wuchs man so sehr zusammen, dass der Abschied nach der Präsentationsgala vielen von uns unglaublich schwer fiel und den meisten sogar Tränen in die Augen trieb. Was sich auf den ersten Blick anhörte, wie ein Camp für Streber, wurde für mich im Nachhinein eins meiner schönsten Sommererlebnisse, mit vielen neugewonnenen Freunden und eine Menge neugeschöpftem Wissen und unglaublich wertvollen Erfahrungen und Connections für die Zukunft.

Auch wenn ich mich im Nachhinein, auch nach einer Umfrage der Universität Wien, die eine Studie bei uns ausführte, nicht in einem chemischen/physikalischen Studiengang sehen kann, würde ich jedem, der die Chance auf eine Teilnahme bei der Junior Akademie hat, definitiv raten, diese zu nutzen, denn ich konnte nur positive Erfahrungen aus meiner Zeit in Ostbevern schöpfen

Sofia Terzic, EF