„Brave, herrliche junge Leute! Ihr seid nicht umsonst gestorben, sollt nicht vergessen sein“ – Gedenkstättenfahrt nach Dachau und München

Der eindringliche Appell von Thomas Mann aus seiner Radiorede vom 27. Juni 1943 verdeutlicht einmal mehr die Bedeutsamkeit eines leider immer noch und gerade wieder aktuellen Themas. Die Erinnerung an den Widerstand gegen bestehenden Terror ist ein zentraler Bestandteil der Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland und ein wichtiger Auftrag der Schule.

In diesem Zusammenhang fand vom 10.-14. Februar 2020 für 14 Schüler/-innen der Jahrgangsstufe Q1 in Begleitung von Frau Müller und Herrn Plattfaut eine Gedenkstättenfahrt nach Dachau und München statt. Alle Schülerinnen und Schüler, die an dieser Gedenkstättenfahrt teilnahmen, hatten sich zu einer fächerübergreifenden AG verpflichtet, die im Vorfeld der Fahrt stattfand, um sich vor allem inhaltlich durch Auseinandersetzung mit jüdischen Einzelschicksalen und der Entwicklung und den Folgen der nationalsozialistische Gewaltherrschaft von 1933-1945 auf die Fahrt vorzubereiten.

Während der 5-tägigen Fahrt fanden u.a. Führungen durch die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau und Workshops zum Thema Erinnerungskultur statt. Wie wertvoll diese ‚hautnahen‘ Auseinandersetzungen mit den Schicksalen der Opfer nationalsozialistischer Gewalt sind, zeigten die intensiven Gespräche mit den Teilnehmer/-innen im Anschluss an die Führungen. Neben einer hohen emotionalen Betroffenheit kam in den Reflexionsgesprächen immer wieder zum Ausdruck, wie sehr gerade durch diese Gedenkstättenfahrt lebendiges Lernen und Aufarbeitung deutscher Geschichte im Hinblick auf Vergangenheitsbewältigung und Zukunftsgestaltung ermöglicht wird. Nach zwei Tagen intensivem Programm in der Gedenkstätte besuchte die Gruppe das NS-Dokumentationszentrum in München und gestaltete einen Rundgang durch München, bei welchem historisch bedeutende Orte besucht und kurze Präsentationen zu den Orten vorgetragen wurden.

So wurde in der Ludwig-Maximilians-Universität die „Denkstätte Weiße Rose“ besucht, die das Leben und Wirken der Widerstandsgruppe und ihrer Mitglieder nachzeichnet. Für die GSG-Schüler/-innen ein ganz bedeutender Moment, ist es doch der Ort, an welchem die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 Flugblätter auslegten, in welchen die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ die Münchener Studentenschaft zum Aufstand gegen die
Hitler-Diktatur aufriefen. Bei dieser Aktion wurden Hans und Sophie Scholl entdeckt und verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilte die Geschwister Scholl am 22. Februar 1943 zum Tode, und die Hinrichtung erfolgte noch am selben Tag.

(MUEL/BLOT, 25.2.2020)