Die Weiße Rose

  1. Was ist die Weiße Rose?
    Die Entstehung der "Weißen Rose" und die Entstehung des Namens.

  2. Aufgaben und Ziele
    Die Aufgaben der "Weißen Rose" und die Ziele, die sie verfolgt haben.

  3. Hans und Sophie Scholl
    Einen Teil der Lebengeschichte von Hans und Sophie Scholl und ihre besondere Stellung in der Widerstandsgruppe und heutige Erinnerungen an die Geschwister Scholl.

  4. Mitglieder
    Eine Auflistung der Mitglieder, ihre Lebensdaten und die jeweiligen Aufgaben.

  5. Flugblätter
    Ein Flugblatt als Beispiel und die wichtigsten Inhalte und Aussagen der übrigen.

  6. Prozesse
    Das Ende der "Weißen Rose" durch fünf Prozesse.

  7. Chronologische Übersicht
    Eine zeitliche Auflistung über den Widerstandskampf der "Weißen Rose".

 


 

Was ist die Weiße Rose?

Die Weiße Rose war eine Widerstandsgruppe im dritten Reich. Sie bestand aus einer Gemeinschaft von Regimegegnern . Diese beschloss gemeinsam gegen das Naziregime vorzugehen.
Die Weisse Rose entstand aus individueller Freundschaft, aus der sich wiederum ein Freundeskreis entwickelte. Die Mitglieder kannten sich wie Christoph Probst und Alexander Schmorell beispielsweise aus ihrer Schulzeit. Hans Scholl und Willi Graf hingegen lernten sich 1941/42 bei ihrem Medizinstudium an der Münchner Universität kennen. Auch Sophie Scholl (Schwester Hans Scholls) studierte zu dieser Zeit an der Universität. Alle nahmen an den Vorlesungen Kurt Hubers teil. In diesen Lesungen trafen sich die Studenten, die dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstanden , allerdings verfassten nur die Freunde zusammen mit Professor Huber Flugblätter gegen Hitler.

Zum Namen der Weißen Rose sagte Hans Scholl bei seinem Verhör am 20.02.1943 vor der Gestapo: "Zurückkommemd auf meine Schrift 'Die Weiße Rose' möchte ich auf Befragen, warum ich diesem Flugblatt gerade diese Überschrift gegeben habe, folgendes erklären:
Der Name 'Die Weiße Rose' ist willkürlich gewählt. Ich ging von der Voraussetzung aus, dass in einer schlagfertigen Propaganda gewisse Begriffe feststehen müssen, die an und für sich nichts besagen, einen guten Klang haben, hinter denen aber ein Programm steht. Es kann sein, dass ich gefühlsmäßig diesen Namen gewählt habe, weil ich damals unmittelbar unter dem Eindruck der spanischen Romanzen von Bretano ´Die Rosa Blanca´ gestanden habe. Zu der 'Weißen Rose', der englischen Geschichte bestehen keine Zusammenhänge."

 


 

Aufgaben und Ziele

Hans und Sophie Scholl waren zu Beginn des dritten Reiches begeisterte Mitglieder der Jugendorganisationen, die das Regime anbot, deshalb wurden sie überzeugte Mitglieder der Hitlerjugend beziehungsweise dem Bund Deutscher Mädel.

Mit der Zeit entwickelten sie eine kritische Ansicht gegenüber des Nationalsozialismus. Aus diesem Grund entstand 1942 eine Widerstandsgruppe, die es sich zur Aufgabe machte die Bevölkerung mit Hilfe von Flugblättern über die wahren Ziele des Führers aufzuklären. Sie verteilten die Flugblätter heimlich und mit dem Ziel das Volk gegen Hitler und seine Regierung aufzulehnen, um Deutschland vom Nationalsozialismus zu befreien.


Hans Scholl

  • Hans Scholl wird am 22. September 1918 in Ingersheim geboren
  • 1925 tritt Hans in die Grundschule ein
  • 1929 wird er in die Realschule Künzelsau aufgenommen
  • Ende 1933 wird Hans Mitglied der Hitlerjugend
  • 1937 wird er zusammen mit seinen Freunden vorübergehend verhaftet
  • Im März 1937 macht Hans Scholl sein Abitur
  • 1939 fängt er sein Studium im Bereich der Medizin an
  • Am 18. Februar 1943 wird er zusammen mit seiner Schwester Sophie verhaftet
  • Am 22. Februar 1943 wird er zum Tode verurteilt.

Hans Scholl wird am 22. September 1918 in Ingersheim bei Crailsheim geboren, wo sein Vater seine erste Stelle als Bürgermeister versieht. Mit zwölf Böllerschüssen begrüßt die Gemeinde den ersten Sohn ihres Ortsvorstehers. 1919 übersiedelt die Familie nach Forchtenberg. 1925 tritt Hans in die Grundschule ein. Er wird 1929 in der Realschule Künzelsau aufgenommen. Fünf Jahre später (1930) ziehen die Scholls nach Ludwigsburg und zwei Jahre später (1932) nach Ulm. Der Vater macht sich selbstständig und übernimmt ein Treuhandbüro für Wirtschafts- und Steuerberatung. Dort besucht Hans die Oberrealschule.

Ende 1933 wird Hans Mitglied der Hitlerjugend, angezogen durch deren scheinbar hohe Ziele.
Aber enttäuscht von der Wirklichkeit des Nationalsozialismus sucht er Kontakt zu Mitgliedern der inzwischen verbotenen dj.1.11, einem Zweig der Jugendbewegeung, der im Gegensatz zur bloßen Naturromantik mehr kulturelle und sozialkritische Ambitionen hatte. Diese von Goebbels verbrannte Literatur findet allerdings besonderes Interesse.

Zusammen mit den Freunden, die sich in Ulm ihm angeschlossen haben, wird Hans 1937 vorübergehend verhaftet wegen Fortsetzung verbotener bündischer Tätigkeit. Anstelle von Mitgliedschaften in organisierten Gruppen treten nun Freundschaften.
Diese Freundschaften wuchsen aufgrund der immer stärker auftretenden Diktatur Hitlers.

Im März desselben Jahres macht Hans Scholl das Abitur, wird dann zum Arbeitsdienst eingezogen, danach zum zweijährigen Dienst in der Wehrmacht bei einer Kavalleri-Einheit in Bad Cannstatt.

Im Frühjahr 1939 beginnt Hans sein Studium der Medizin in München als Mitglied der Wehrmacht.
Dort findet er eine Reihe gleichgesinnter Freunde, die wie er den Zusammenbruch einer deutschen Kultur erleben und sich neue geistige Horizonte suchen müssen. Hans entdeckt ein überraschend lebendiges Christentum vor allem bei der Lektüre moderner französischer Dichter, Philosophen und Theologen.

Im Sommer 1940 macht er den Frankreichfeldzug als Sanitätsfeldwebel mit und erlebt dort den Krieg auf der Seite der Leidenden. Er setzt im Herbst 1940 sein Studium in München fort.
Hans Scholl erwägt, später einmal auf Geschichte und Politik umzusatteln. Er knüpft Verbindungen zu kaltgestellten Münchener Intellektuellen, zu Wissenschaftlern, Philosophen und Künstlern an.
Von Juli bis Oktober 1942 wird er zum Sanitätsdienst an der Ostfront abgestellt, zusammen mit seinen Freunden Alexander Schmorell und Willi Graf.

Als Hans Scholl am 18. Februar 1943 mit seiner Schwester Sophie in der Universität München Flugblätter auslegt, werden beide mit dem Freund Christoph Probst von der Gestapo verhaftet. Am 22. Februar 1943 werden sie vom Volksgericht zum Tode verurteilt und am selben Tag durch das Fallbeil hingerichtet.
Auf seinem Schreibtisch findet man den Zettel:"Kreuz, du bleibst noch lang das Licht der Erde. Hellas ewig unsre Liebe"
Auf dem Schafott ist sein letzter Ruf:

"Es lebe die Freiheit!"

 


 

Sophie Scholl

  • Sophie Scholl wird am 9.Mai 1921 in Forchtenberg am Kocher geboren
  • Mit sieben Jahren tritt sie in die Grundschule ein
  • 1932 besucht sie die Mädchenoberrealschule
  • Mit zwölf Jahren tritt Sophie der Hitlerjugend bei
  • Im Frühjahr 1940 macht sie ihr Abitur
  • Im Maib 1942 kann sie sich an der Universität München für Biologie und Philosophie einschreiben
  • Im Frühjahr 1942 entschließt sie sich zum aktiven Widerstand gegen das Nazi-Regime
  • Am 18. Februar 1943 wird sie verhaftet
  • Am 22. Februar 1943 wird sie zusammmen mit ihrem Bruder Hans und dem Freund Christoph Probst zum Tode verurteilt und hingerichtet
Sophie Scholl wird am 9. Mai 1921 in Forchtenberg am Kocher geboren, wo ihr Vater Bürgermeister ist. Sie ist das vierte von insgesamt fünf Kindern. Mit sieben Jahren tritt sie in die Grundschule ein. Sie lernt leicht und hat eine unbeschwerte Kindheit. 1930 übersiedelt die Familie nach Ludwigsburg, zwei Jahre später nach Ulm, wo der Vater ein Treuhandbüro übernimmt. Sophie besucht 1932 die Mädchenoberrealschule und mit zwölf Jahren tritt sie, wie die meisten ihrer Mitschülerinnen auch, der Hitlerjugend bei.
Aus anfänglicher Begeisterung wird nach und nach Kritik. Sie weiß um die andere politische Orientierung ihres Vaters, von Freunden und von einigen Lehrerinnen. Die politische Haltung wird für sie nun wichtig bei der Wahl von Freundschaften.
Die Verhaftung ihrer Brüder und deren Freunde im Jahre 1937 prägt sich ein.

Zeichnen und Malen gehen ihr leicht von der Hand und sie findet erste Kontakte mit sogenannten "entarteten" Künstlern. Viel Literatur, mit zunehmender Neigung zur Philosophie und Theologie. Hier findet sie ihre Gegenwelt zum Nationalsozialismus.

Im Frühjahr 1940 macht sie ihr Abitur mit dem Aufsatzthema: "Die Hand, die die Wiege bewegt, bewegt die Welt". Sie wird Kindergärtnerin im Fröbel-Seminar in Ulm - Söflingen. Sophie wählt diesen Weg in der Hoffnung, dem Reichsarbeitsdienst als Vorleistung für ein Studium zu entgehen. Doch dies erweißt sich als Irrtum, denn sie muss ab Frühjahr 1941 zwangsweise ein halbes Jahr Reichsarbeitsdienst in Krauchenwies bei Sigmaringen und anschließend ein halbes Jahr Kriegsdienst als Hortnerin in Blumberg leisten. Der kasernenhafte Arbeitsdienst veranlasst sie, über passiven Widerstand nachzudenken und ihn zu praktizieren.

Im Mai 1942 kann sie sich endlich an der Universität München für Biologie und Philosophie einschreiben. Ihr Bruder Hans, der dort schon Medizin studiert, macht sie mit seinen Freunden bekannt. Auch wenn der Kreis der Freunde hauptsächlich politisch motiviert ist, haben die Berge, das Skilaufen und Schwimmen einen hohen Stellenwert, dazu Literatur und Musik. Man geht oft zusammen in Konzerte.

In München ergeben sich Kontakte mit Schriftstellern, Philosophen und Künstlern, die für ihre Beschäftigung mit dem Christentum von Bedeutung werden, besonders Carl Muth und Theodor Haecker. In den Vordergrund tritt die Frage, wie sich der einzelne in einer Diktatur zu verhalten hat.

Sophie Scholl muss 1942 während der Semesterferien zu einem Rüstungseinsatz in einen Ulmer Metallbetrieb, während der Vater gleichzeitig eine Haftstrafe wegen einer ablehnenden Bemerkung über Hitler gegenüber einer Angestellten abzubüßen hat.

Im Frühsommer 1942 entschließen sich die engsten Freunde um ihren Bruder Hans zum aktiven Widerstand gegen das Nazi-Regime. Sophie beteiligt sich ohne Einschränkung an der Herstellung der "Flugblätter der Weißen Rose" und ihrer Verteilung in verschiedenen süddeutschen und österreichischen Städten. Bei der Verbreitung eines neuen Flugblattes in der Münchener Universität am 18. Februar 1943 wird sie verhaftet. Am 22. Februar wird sie zusammen mit ihrem Bruder Hans und dem Freund Christoph Probst zum Tode verurteilt und wenige Stunden später durch das Fallbeil hingerichtet. Gefängnisbeamte berichteten respektvoll über ihren furchtlosen Gang zur Hinrichtung.

Sophie Scholl an Lisa Remppis:

"Ich habe erfahren, dass ein harter Geist ohne weiches Herz ebenso unfurchtbar sein muss, wie ein weiches Herz ohne einen harten Geist. Ich glaube der Satz stammt von Maritain: ll faut avoir un esprit dur et le coeur tendre. Ein Wort, das von der Seele nicht erlebt wird, ist ein totes Wort, und ein Gefühl, das nicht der Schoß eines Gedankens ist, ist vergeblich..." Sophie Scholl "Von Fritz habe ich Post vom 17.Januar, sein Bataillon ist auch aufgerieben, er erwartete nur noch Gefangenschaft oder Tod. Er hat sich beide Hände erfroren, weil sie wochenlang Tag und Nacht im Freien waren bei 30 Grad Kälte. Vielleicht ist dies der letzte Brief (er glaubt so), den ich im Krieg von ihm erhalte, das Kriegsende rückt ja spürbar näher..."

Sophie Scholl:

"So ein herrlicher, sonniger Tag, und ich soll gehen. Aber wieviele müssen heutzutage auf den Schlachtfeldern sterben, wieviel junges, hoffnungsvolles Leben... Was liegt an meinem Tod, wenn durch unser Handeln Tausende von Menschen aufgerüttelt und geweckt werden."

Sophies Traum in der letzten Nacht vor ihrem Tod:

Über die letzten Stunden vor ihrer Hinrichtung berichtet die Schwester Inge: „Als Sophie nach ihrer letzten Nacht geweckt wird, erzählt sie, noch auf ihrem Lager sitzend, ihren Traum:
„Ich trug an einem sonnigen Tag ein Kind in langem, weißen Kleid zur Taufe. Der Weg zur Kirche führte einen steilen Berg hinauf. Aber fest und sicher trug ich das Kind in meinen Armen. Da plötzlich war vor mir eine Gletscherspalte. Ich hatte gerade noch soviel Zeit, das Kind sicher auf der anderen Seite niederzulegen - dann stürzte ich in die Tiefe“.
Sie versucht ihrer Mitgefangenen gleich den Traum zu erklären:
"Das Kind ist unsere Idee, sie wird sich trotz aller Hindernisse durchsetzen. Wir durften Wegbereiter sein, müssen aber zuvor für sie sterben."


Mitglieder

Name:

Alexander Schmorell

Geburtsdatum/Geburtsort:
16. September 1917 in Orenburg (Russland)
Foto:

Leben:
Alexander Schmorell wurde als Sohn eines deutschen Arztes und einer Russin geboren. Deshalb beherrschte er die russische Sprache sehr gut. 1921 übersiedelte er nach dem Tod seiner Mutter mit seinem Vater nach München. Er begann sein Medizinstudium 1939 in Hamburg, wo er Traute Lapriz begegnete, die ebenfalls in München studierte und das dritte Flugblatt der Weißen Rose nach Hamburg brachte. Nach der Teilnahme am Frankreich-Feldzug setzte er das Studium in München fort. Dort lernte er als Angehöriger der zweiten Studentenkompanie Hans Scholl und später auch Willi Graf kennen.
Aufgaben in der Widerstandsgruppe:
Schmorell schrieb im Frühsommer 1942 mit Hans Scholl die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose. Von ihm stammte das zweite Flugblatt, der Passus über den Massenmord an den Juden. Zurückgekehrt aus Russland setzte er im Wintersemester 1942/43 sein Studium in München fort. Mit Hans Scholl fuhr er im Wintersemester 1942 zu Falk Harnack, nach Chemnitz. Im Dezember 1942 besuchte er mit Hans Scholl des öfteren Prof. Kurt Huber in München. Zusammen verfassten sie im Januar 1943 das fünfte Flugblatt "Aufruf an alle Deutschen!" , das Schmorell in Salzburg, Linz und Wien verteilte. Mit Hans Scholl und Willi Graf schrieb er mehrere Parolen wie "Freiheit" und "Nieder mit Hitler" an Münchener Hauswände.

Nach der Verhaftung der Geschwister Scholl floh er. Von einer Bekannten verraten wurde er am 24. Februar 1943 in München festgenommen. Alexander Schmorell wurde am 19. April 1943 zum Tode verurteilt und, zusammen mit Prof. Kurt Huber, am 13. Juli 1943 im Strafgefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

 

Name:
Christoph Probst
Geburtsdatum/Geburtsort:
06. November 1919 in Murnau
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Leben:
C. Probst ging auf das Neue Gymnasium in Nürnberg, später auf das Internat Marquartstein im Chiemgau. Dann besuchte er das Neue Realgymnasium in München.
Er freundete sich im Schuljahr 1935/36 mit Alexander Schmorell an. Im Jahre 1937 machte er das Abitur im Landerziehungsheim Schondorf am Ammersee. Danach absolvierte er den Arbeits-und Militärdienst bei der Luftwaffe.
Im Sommersemester 1939 begann er das Studium als Mediziner an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Im Wintersemester in Jahre 1941/1942 studierte er an der Universität Straßburg, dann ab Dezember 1942 an der Universität Innsbruck.
Er war mit Herta Dohrn verheiratet. Sie bekamen drei Kinder. Die beiden Söhne wurden 1940 und 1941, die Tochter im Januar 1943 geboren.
Herta Dohrn war die Tochter des im Perlacher Forst noch am 20. April 1945 erschossenen Harald Dohrn, der im 3.Prozeß gegen "Die Weiße Rose" am 13. Juli 1943 angeklagt worden ist.
Aufgaben in der Widerstandsgruppe:
Im Dezember 1942 wird Probst nach Innsbruck versetzt, nimmt aber weiterhin an der Vorbereitung von Flugblätteraktionen der Weißen Rose teil. Nach der Verhaftung der Geschwister Scholl werden Briefe von Probst in deren Wohnung gefunden, die zur Festnahme am 19. Februar 1943 in Innsbruck führen. Er wird am 22. Februar 1943 gemeinsam mit Hans und Sophie Scholl verurteilt und hingerichtet. Im Gefängnis München-Stadelheim wurde er vor der Todesstunde von katholischen Gefängnisgeistlichen getauft.

 

Name:
Willi Graf
Geburtsdatum/Geburtsort:
02. Januar 1918 in Kuchenheim bei Euskirchen
Foto:

Leben:
Willi Graf ist in Saarbrücken aufgewachsen und war der Sohn eines Kaufmanns im Weingroßhandel. Er war in katholischen Jugendgruppen aktiv, auch unter dem NS-Verbot, und daher nach der Jahreswende 1937/1938 einige Zeit wie Hans Scholl in Haft. 1937 macht er sein Abitur und beginnt nach dem Arbeitsdienst sein Medizinstudium in Bonn bis zum Physikum im September 1939. Anschließend wechselt Graf nach München und macht dort aber 1940 eine Ausbildung zum Sanitäter. Ab September wird er in den besetzten Westgebieten eingesetzt. 1941 nimmt er in gleicher Funktion am Serbien- und Russland-Feldzug teil. Im Sommersemester 1942 setzt er in München sein Studium fort.
Dort befreundet er sich mit Hans Scholl und Alexander Schmorell.
Aufgaben in der Widerstandsgruppe:
Graf beteiligte sich 1943 am fünften und sechsten Flugblatt der Weißen Rose und versuchte durch mehrere Reisen in andere deutsche Städte Kontakte zu weiteren Widerstandsgruppen aufzunehmen.

Er wurde am 18. Februar 1943 zusammen mit Hans und Sophie Scholl in der Universität München verhaftet und am 19. April 1943 durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.

 

Name:
Kurt Huber
Geburtsdatum/Geburtsort:
25. Oktober 1892 in Chur (Graubünden; Schweiz)
Foto:

Leben:
Huber verbrachte seine Kindheit in Stuttgart. Er studierte in München Musikwissenschaft und habilitierte 1920; ab 1926 war er Ordentlicher Professor an der Universität München.
Aufgaben in der Widerstandsgruppe:
Huber wurde bekannt als Gegner des Nationalsozialismus und führende Figur der Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Ab 1942 gehörten der Gruppe auch die Geschwister Scholl an und ab Herbst 1942 produzierte die "Weiße Rose" Flugblätter. Bei deren Verteilung wurden die Geschwister Scholl und die anderen Studenten verhaftet und zum Tode verurteilt. Huber wurde im Februar 1943 vom Volksgerichtshof unter Freisler zum Tode durch das Fallbeil verurteilt. Er wurde am 13. Juli 1943 zusammen mit Alexander Schmorell hingerichtet.

 


 

Flugblätter

Das erste Flugblatt stimmt in seinem Eingangssatz bereits den Grundtenor aller künftigen Ausführungen an:
"Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique regieren zu lassen."
Kultur - und staatsphilosophische Überlegungen spielen auch in den folgenden Flugblättern eine große Rolle. Es werden aber auch zunehmend konkrete Sachverhalte angesprochen:
im zweiten Flugblatt die Ermordung der Juden und Polen,
im dritten Flugblatt wird zur Sabotage, als wichtiges Mittel des Widerstandes aufgerufen,
im fünften Flugblatt werden erste Zukunftsvorstellungen entwickelt: Beseitigung von Imperialismus und preußischem Militarismus, Feuderalistische Neuordnung Deutschlands und Europas...
Neben der Herrstellung dieser Flugblätter, die verteilt, per Post verschickt, auf gefahrvolle Weise durch Kuriere u.a. nach Frankfurt, Berlin, Freiburg, Saarbrücken, Salzburg und Wien gebracht wurden gelangte sogar ein Exemplar (das sechste Flugblatt, siehe unten) durch den Widerständler Helmuth James Graf von Moltke nach England .
Die Weiße Rose beschrieb auch Münchener Mauern mit Parolen ("Freiheit, nieder mit Hitler") und versuchten, Kontakt zu anderen Widerstandskreisen herzustellen, auch zu Widerstandskreisen ganz anderer gesellschaftlicher Richtungen.

als Beispiel: sechstes und letztes Flugblatt

Komilitoninnen! Komilitonen!

Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad. Dreihundertdreißigtausend deutsche Männer hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. Führer wir danken Dir!

Es gärt im deutschen Volk: Wollen wir weiter einem Dilletanten das Schicksal unserer Armeen anvertrauen? Wollen wir den niedrigsten Machtinstinkten einer Parteiclique den Rest unserer deutschen Jugend opfern? Nimmermehr! Der Tag der Abrechnung ist gekommen der Abrechnung mit der deutschen Jugend, mit der verabscheuungswürdigen Tyrannis, die unser Volk erduldet hat. Im Namen des ganzen deutschen Volkes fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbare Gut der Deutschen zurück, um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen. In einem Staat rücksichtsloser Knebelung jeder freien Meinungsäußerung sind wir aufgewachsen. HJ, SA, und SS haben uns in den furchtbarsten Bildungsjahren unseres Lebens zu uniformieren, zu revolutionieren, zu narkotisieren versucht...

Der deutsche Name bleibt für immer geschändet, wenn nicht die deutsche Jugend endlich aufsteht, rächt und sühnt zugleich, ihre Peiniger zerschmettert und ein neues geistiges Europa aufrichtet. Studentinnen! Studenten! Auf uns sieht das deutsche Volk! Von uns erwartet es, wie 1813 die Brechung des Napoleonischen, 1943 die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes. Beresina und Stalingrad flammen im Osten auf, die Toten von Stalingrad beschwören uns!

Frisch auf mein Volk, die Flammenzeichen rauchen!

Unser Volk steht im Aufbruch gegen die Verknechtung Europas durch den Nationalsozialismus, im neuen gläubigen Durchbruch von Freiheit und Ehre.

Am 18. Februar 1943 legten Hans und Sophie Scholl das 6. Flugblatt in den menschenleeren Fluren der Münchener Universität aus. Die letzten Exemplare ließen sie von der Empore des Lichthofs hinunterfallen. Ein Hausmeister jedoch hatte die Geschwister erblickt und verschloß die Ausgänge. Kurz darauf wurden sie von der Gestapo (Geheime Staatspolizei) verhaftet. Wenig später wurde ihr Freund Christoph Probst festgenommen.

Durch Helmuth von Moltke gelangte das sechste Flugblatt über Skandinavien nach England. Hunderttausende davon wurden von britischen Flugzeugen Ende 1943 über Deutschland abgeworfen. Sie waren jetzt überschrieben: "Ein deutsches Flugblatt - Manifest der Münchner Studenten".

 


 

Prozesse

Die Mitglieder der Weißen Rose verfassten Flugblätter, mit denen sie versuchten, das Nazi-Regime öffentlich zu stürzen. Bei dem Versuch, Flugblätter in den Lichthof der Uni-München zu werfen, wurden sie 1943 verhaftet und ihnen wurde "der Prozess gemacht".

Insgesamt gab es fünf Prozesse: der erste Prozess, der stattfand, galt Hans und Sophie Scholl und auch Christoph Probst. Die übrigen vier Prozesse fanden alle erst später statt, und es wurden nacheinander alle weiteren Mitglieder der Weißen Rose verurteilt.

 

1. Prozess

Am Donnerstag, den 18. Februar 1943, werden Hans und Sophie Scholl in der Münchner Universität beim Verteilen des 6. Flugblattes festgenommen. Hans Scholl trägt einen handschriftlichen Flugblattentwurf von Christoph Probst bei sich, den er bei seiner Verhaftung zu zerreißen versucht. Vier Tage pausenloser Verhöre im Wittelsbacher Palais folgen. Hier, im bayerischen Gestapo-Hauptquartier, sind sie bis zum Prozess eingesperrt.





 

 

 

 

Nach der Verhaftung von Christoph Probst, bekennen sich Hans und Sophie Scholl zu den Widerstandsaktionen der Weißen Rose, weil dieser verheiratet ist und zwei kleine Kinder hat. Die Geschwister versuchen, Christoph Probst zu entlasten, indem sie alle Schuld auf sich nehmen.







Am Montag, den 22. Februar, beginnt um 10.00 Uhr die Gerichtsverhandlung gegen Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst im holzgetäfelten Saal 216 des Münchner Justizpalastes. Roland Freisler, der aus Berlin herbeigeeilte Präsident des Volksgerichtshofes, wünschte einen "würdigen Saal" für das von ihm geleitete Tribunal. "Tobend, schreiend, bis zum Stimmüberschlag brüllend, immer wieder explosiv aufspringend": schildert der Augenzeuge Leo Samberger die Verhandlungsführung Freislers, "der sich in der ganzen Verhandlung nur als Ankläger aufspielte und nicht als Richter zeigte".

 

 

 

 

 

 

Die Anklage lautet "landesverräterische Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung". Die Pflichtverteidiger setzen sich während der dreieinhalbstündigen Verhandlung nicht für ihre Mandanten ein.

Sophie bekennt sich zu den Flugblattaktionen und sagt: "Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele, nur wagen sie es nicht, es auszusprechen."

Um 13.30 Uhr verkündet Freisler die Todesurteile gegen die Geschwister Scholl und Christoph Probst.

Um 17.00 Uhr werden die drei Freunde im Gefängnis München Stadelheim enthauptet. "Freiheit" hat Sophie auf die Rückseite ihrer Anklageschrift notiert. "Freiheit" ruft Hans Scholl, als er vor der Guillotine steht.

 

2. Prozess

Am 19. April 1943 ist noch einmal der Saal 216 des Münchner Justizpalastes Schauplatz eines Gerichtsverfahrens gegen den Kreis der Weißen Rose. Auch diesmal tagt der Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler. Die Verhandlung beginnt um 9.00 Uhr und dauert 14 Stunden.

Durch ihre Ermittlungen hat die Gestapo hat die Mitwirkung von Professor Kurt Huber, Alexander Schmorell und Willi Graf an den Flugblattaktionen herausgefunden. Weitere elf Freunde sind mit ihnen angeklagt, weil sie entweder die Flugblätter weiterverbreitet oder, wie es heißt, "von dem hochverräterischen Unternehmen gewußt, es aber nicht angezeigt haben".

 



Am späten Abend verkündet Freisler die Todesurteile gegen Professor Kurt Huber, Alexander Schmorell und Willi Graf. Zehn weitere Angeklagte erhalten Haftstrafen, einer wird überraschend freigesprochen. Freisler ist offenbar angewiesen worden, nicht noch einmal ausnahmslos Todesurteile zu verhängen wie im ersten Prozeß, über dessen Wirkung ein Mitarbeiter von Propagandaminister Goebbels notierte:
"Herr Minister hatte ebenfalls Kenntnis davon erhalten, daß das Münchner Urteil in der Bevölkerung wenig verständnisvoll aufgenommen worden sei."

 

3. Prozess

Der Buchhändler Josef Söhngen hatte seinen Keller als Versteck für die Flugblätter und den Vervielfältigungsapparat der Weißen Rose zur Verfügung gestellt, der Architekt Manfred Eickemeyer sein Atelier für die Zusammenkünfte der Gruppe und die Herstellung der Flugblätter. Söhngen wird am 13. Juli 1943 von einem Sondergericht in München zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt. Harald Dohrn, der Schwiegervater von Christoph Probst, der Kunstmaler Wilhelm Geyer und Manfred Eickemeyer werden freigesprochen.

4. Prozess

Willi Bollinger, der Bruder Heinz Bollingers und Jugendfreund Willi Grafs aus Saarbrücken, hatte nicht nur das 5. Flugblatt in Saarbrücken verbreitet. Er hatte auch für Willi Graf und andere Mitglieder der Münchner Gruppe Urlaubs und Freifahrtscheine der Wehrmacht gefälscht und sogar Waffen gehortet, die er als Sanitätssoldat den in ein Lazarett eingelieferten Soldaten abnahm.

Trotz monatelanger Verhöre gelang es Willi Graf, die Verwicklung Willi Bollingers der Gestapo zu verbergen. So verurteilt das Landgericht Saarbrücken am 3. April 1944 Willi Bollinger nur wegen "Nichtanzeige eines hochverräterischen Unternehmens" zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten.

5. Prozess

Am 13. Oktober 1944 verhandelte der Volksgerichtshof in Donauwörth gegen die Chemiestudenten Hans Leipelt, MarieLuise Jahn und weitere fünf Angeklagte. Leipelt und Jahn hatten ohne Kontakt zu dem verhafteten und schließlich hingerichteten Freundeskreis der Weißen Rose das 6. Flugblatt erhalten, es vervielfältigt und verbreitet. Außerdem hatten sie für die mittellose Witwe des hingerichteten Professors Kurt Huber unter ihren Mitstudenten Geld gesammelt. Hans Leipelt wird zum Tode verurteilt. MarieLuise Jahn erhält 12 Jahre Zuchthaus. Drei weitere Angeklagte erhalten Gefängnisstrafen, zwei werden freigesprochen.

Im Spätherbst 1943 deckte die Gestapo in Hamburg mehrere Widerstandsgruppen auf. Die meisten ihrer Mitglieder waren Studenten. In einigen dieser Gruppen kursierten auch die abgeschriebenen Flugblätter der Weißen Rose. Sieben der in diesem Zusammenhang inhaftierten Personen kamen zu Tode: Frederick Geußenhainer, Elisabeth Lange, Kurt Ledien, Käthe Leipelt, Reinhold Meyer, Margarethe Mrosek und Greta Rothe. Sie wurden in den Selbstmord getrieben, starben an Krankheit und Erschöpfung oder wurden am Ende des Krieges ohne Gerichtsurteil ermordet.

Weitere vier Prozesse kamen am 17.,19. und 20. April 1945 zur Verhandlung. Dabei wurde Heinz Kucharski zum Tode verurteilt. Auf dem Weg zur Hinrichtung konnte er während eines Fliegerangriffes seinen Henkern entkommen.

 


 

Chronologische Übersicht

1918 22. September Hans Scholl wird in Ingersheim an der Jagst geboren
1921 09. Mai Sophie Scholl wird in Forchtenberg am Kocher geboren
    Vater Robert Scholl (1891-1973), Bürgermeister in Ingersheim, dann in Forchtenberg, seit 1932 Wirtschafts- und Steuerberater in Ulm;

Mutter Magdalene, geb. Müller (1881-1958), als Diakonisse ausgebildet;

Geschwister Inge (geb. 1917), Elisabeth (geb. 1920), Werner (geb. 1922, seit Mai 1944 in Rußland vermißt)
1930   Umzug der Familie nach Ludwigsburg
1932   Übersiedlung nach Ulm, Wohnung am Münsterplatz
1937 März Hans Scholl besteht das Abitur an einer Ulmer Oberrealschule, anschließend halbjähriger Arbeitsdienst bei Göppingen
  Oktober Beginn des Wehrdienstes bei der Kavallerie in Bad Cannstatt
  Dezember Fünfwöchige Untersuchungshaft in Stuttgart wegen «bündischer Umtriebe», infolge allgemeiner Amnestie entfällt das Gerichtsverfahren
1938 November Nach Abschluß der - auf ein Jahr verkürzten - Militärausbildung medizinisches Praktikum in Tübingen
1939 Mai Hans Scholl beginnt in München Medizin zu studieren
1940 März Sophie Scholl beendet mit dem Abitur die Schulzeit
  Mai Beginn einer Ausbildung zur Kindergärtnerin am Ulmer Fröbel-Seminar; Hans Scholl nimmt am Frankreich-Feldzug teil, erst als Krad-Melder, dann im Lazarettdienst
  November Hans Scholl setzt sein Medizinstudium in München fort
1941 Januar Hans Scholl besteht das Physikum. Die folgenden klinischen Semester werden durch Famulaturen ergänzt
  März Sophie Scholl legt die Prüfung als Kindergärtnerin ab, danach halbjähriger Arbeitsdienst im Lager Krauchenwies bei Sigmaringen
  Oktober (bis März 1942) Sophie Scholl absolviert einen halbjährigen Kriegshilfsdienst in einem Kindergarten in Blumberg bei Donaueschingen
1942 Mai Sophie Scholl, Studentin der Biologie und Philosophie in München
  03. Juni Die Geschwister Scholl und die Freunde Probst und Schmorell begegnen Kurt Huber im Hause Mertens
  Juni/Juli Hans Scholl und Alexander Schmorell verbreiten die «Flugblätter der Weißen Rose» I bis IV
  Ende Juli (bis Ende Oktober) Feldfamulatur im Mittelabschnitt der Ostfront um Rschew und Gschatsk: Scholl, Schmorell, Graf, nicht aber Probst
  August Robert Scholl wegen «Heimtücke» zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, nebst Berufsverbot (nach einer Denunziation auf Grund abfälliger Äußerungen über Hitler)
  August/September Sophie Scholl leistet Kriegshilfsdienst in einem Ulmer Rüstungsbetrieb
  November/Dezember Beginn der Kontaktsuche der Weißen Rose zu anderen Widerstandsgruppen, bzw. Bemühungen, die Aktivität der Weißen Rose auch in andere Städte auszudehnen
  01. Dezember Die Geschwister Scholl beziehen eine gemeinsame Wohnung in der Franz-Joseph-Straße 13 in Schwabing
1943 13. Januar Vervielfältigung des kurz zuvor von Hans Scholl verfassten und von Kurt Huber redigierten fünften Flugblatts. Verbreitung per Post und Bahn in anderen süddeutschen Städten sowie - Ende Januar - durch Ausstreuen in der Münchner Innenstadt, Skandal im Deutschen Museum auf Grund von beleidigenden Äußerungen des Gauleiters Giesler gegenüber den Studentinnen
  Ende Januar Die Gestapo setzt eine Sonderkommission der Kriminalpolizei ein
  03. Februar Das Oberkommando der Wehrmacht meldet das Ende der Kämpfe in Stalingrad
  03./04. Februar Nächtliche antinazistische Mauerparolen in München (durch Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf)
  8./9. Februar Wiederholung der Widerstandsaufrufe
  14. Februar Kurt Huber entwirft das sechste und letzte Flugblatt
  15. Februar Fertigstellung und Versand des 6. Flugblatts
  15./16. Februar Dritter nächtlicher Agitationsstreifzug
  18. Februar Hans und Sophie Scholl werden in der Universität beim Ausstreuen von Flugblättern überrascht und festgenommen. Abends: Aufruf des Propagandaministers Goebbels im Berliner Sportpalast zum «Totalen Krieg». Um Mitternacht Verhaftung Willi Grafs, Alexander Schmorell versucht zu fliehen.
  19. Februar Christoph Probst in Innsbruck verhaftet.
  22. Februar Der Volksgerichtshof verurteilt in München Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst zum Tode. Am selben Tag Hinrichtung durch das Fallbeil.
  24. Februar Beisetzung unter Gestapo-Aufsicht auf dem Perlacher Friedhof. Alexander Schmorell verhaftet.
  27. Februar Kurt Huber wird verhaftet. Zusammen mit seiner Familie werden auch die Angehörigen der anderen Tatbeteiligten in Sippenhaft genommen, mit Ausnahme des Wehrmacht-Angehörigen Werner Scholl; im August anderthalbjährige Zuchthausstrafe für Robert Scholl
  19. April Weiterer Prozeß vor dem Volksgerichtshof in München. Todesurteile gegen Willi Graf, Alexander Schmorell, Kurt Huber - zehn Haftstrafen von zehn Jahren Zuchthaus bis zu sechs Monaten Gefängnis, ein Freispruch.
  13. Juli Alexander Schmorell und Kurt Huber werden durch das Fallbeil hingerichtet. Dritter Prozeß in München; eine Haftstrafe, drei Freisprüche.
  08. Oktober Hans Leipelt in München verhaftet.
  12. Oktober Willi Graf stirbt durch das Fallbeil.
  09. November Beginn der Zerschlagung des Hamburger Kreises der Weißen Rose.
1944 13. Oktober Hans Leipelt vom Volksgerichtshof in Donauwörth zum Tode verurteilt (29. Januar 45: Hinrichtung durch das Fallbeil).
1945 03. Februar Tod Roland Freislers bei einem Luftangriff in Berlin.
  17. April Heinz Kucharski vom Volksgerichtshof in Hamburg zum Tode verurteilt,
Flucht kurz vor der Exekution.

 

 


 

Quellen

  • Internet
  • Microsoft Encarta Enzyclopädie 2000
  • Inge Scholl: "Die Weiße Rose", Januar 1992

 


 

Diese Arbeit entstand im Frühjahr 2000 als Gruppenarbeit von Kirsten Fiand, Annekathrin Riehl und Schiela Pourgholam im Differenzierungs-kurs Informatik 10.2.
Für die Präsentation im Internet wurden die Seiten dann noch einmal überarbeitet.