Berufswahlorientierung in der Sekundarstufe I

Das Berufswahlkonzept des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Wetter bietet den Schülerinnen und Schülern sukzessiv und progressiv die Möglichkeit zur Beschäftigung mit Fragen und Inhalten ihres späteren Berufslebens.

Bereits in der Orientierungsstufe erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihren Interessen und Fähigkeiten im Rahmen ihrer Eingangsklassenwahl (höheres Stundenkontingent in Naturwissenschaften, Englisch oder Musik) nachzugehen, sodass bereits hier eine erste Schwerpunktsetzung erfolgen kann. Im Rahmen ihres Politikunterrichts beschäftigen sich die Kinder altersgemäß mit Grundzügen wirtschaftlichen Handelns wie Bedürfnisweckung und Bedürfnisdeckung, Kaufverhalten, Aufgaben des Geldes, mit Geld planvoll umgehen – Einkommen und Taschengeld.

Im 7. Schuljahr werden die ökonomischen Aspekte im Rahmen des Politikunterrichts vertieft und weiterentwickelt: Wirtschaftskreislauf, Wirtschaftsmodelle, Angebot – Nachfrage – Preisbildung, Märkte und Marktgeschehen, Verbraucherrechte und Verbraucherschutz, Informationsmöglichkeiten für Verbraucher.

In den Jahrgangsstufe 8 und 9 können sich die Schülerinnen und Schüler dann intensiver mit spezifischeren Fragen der Berufs- und Studienwahl auseinandersetzen: Die Angebote des Girls‘ Day/Boys‘ Day ermöglichen es ihnen, sich mit Berufswahlmöglichkeiten in für sie geschlechtsspezifisch untypischen Berufsfeldern zu befassen und Einblicke in den Berufsalltag zu erhalten. Im Rahmen des ZEUS-Projektes im Deutschunterricht setzen sie sich auch mit Berufen im Medienbereich auseinander (Druckzentrum Hagen-Bathey, Zusammenarbeit mit der Lokalredaktion der WP/WR in Wetter, eigene journalistische Schreibversuche). Außerdem sind im Zusammenhang mit dem landesweiten Übergangssystem „Kein Abschluss ohne Anschluss“ für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 Berufserkundungstage, eine Potenzialanalyse (Kolping-Werk in Wetter-Volmarstein) und die Einführung des Berufswahlpasses geplant (ab 2015).

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 besuchen zu Beginn der Jahrgangsstufe die Ausbildungsmesse des Ennepe-Ruhr-Kreises bei der VER in Ennepetal (erstmals Oktober 2012), wo Berufe und Berufsfelder durch zahlreiche Firmen, Institutionen und Hochschulen vorgestellt werden. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur können interessierte Schülerinnen und Schüler darüber hinaus das Berufsinformationszentrum (BIZ) in Hagen besuchen und sich konkret über Berufsfelder und Berufe informieren, in denen sie im späteren Leben tätig sein können.

Die Berufs- und Studienwahl der Schülerinnen und Schüler wird im Rahmen des Deutsch- und Politikunterrichts in der Jg. 9 integrativ begleitet. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich im Politikunterricht mit Themen zur Arbeitswelt (Arbeit als Lebensgrundlage; Wirtschaft und Arbeitswelt im Wandel; Berufswahl). Im Deutschunterricht erstellen sie ein Portfolio mit den Schwerpunkten „Wunschberuf – Bewerbungsanschreiben – Lebenslauf“ und erhalten durch das Internet die Möglichkeit, ihre Kompetenzen und Eignungen zu testen und Informationen zu angestrebten Berufen zusammenzutragen.

Darüber hinaus bietet das Geschwister-Scholl-Gymnasium seinen Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Theateraufführung des LUTZ Hagen (Hey Boss, hier bin ich – Bewerbungstraining für Schulabgänger ab 15 Jahren) die Möglichkeit, sich auf unkonventionelle Art intensiver mit dem Thema „Vorstellungsgespräch“ zu beschäftigen (erstmals Frühjahr 2013, finanziert durch einen außerschulischen Träger).

Ebenfalls in der Jahrgangsstufe 9 können die Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Wetter im Rahmen eines einwöchigen Praktikums erste Erfahrungen im Berufsalltag sowie in der beruflichen Wirklichkeit sammeln. Dazu erhalten die Schülerinnen und Schüler dezidierte Hinweise ausgehändigt (vgl. Berufswahlkonzept).

 

Berufswahlorientierung in der Sekundarstufe II

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Wetter führt in der Einführungsphase ein zweites Berufsorientierungspraktikum durch, das zwei Wochen (zehn Schultage) dauert und immer in den letzten beiden vollen Wochen vor den Sommerferien stattfindet. Die Schülerinnen und Schüler besuchen am Ende des zweiten Schulhalbjahres Betriebe, Firmen und Institutionen (auch im Ausland), um in einem zweiwöchigen Praktikum ihre Erfahrungen im Berufsalltag zu vertiefen. Dabei hat sich das Prinzip bewährt, dass die Schülerinnen und Schüler selbst den Kontakt zu den „Arbeitgebern“ herstellen, die ihren Wunschberuf „anbieten“, um dann eigenverantwortlich die Entscheidung zu treffen, eine bestimmte Praktikumsstelle anzutreten. So können die Schülerinnen und Schüler über einen der wichtigsten Bausteine der Berufswahlorientierung weitgehend frei entscheiden. Bei den Bewerbungen um eine Praktikumsstelle kann es möglicherweise auch schon eine bedeutsame Erfahrung sein, Widerstände und Rückschläge zu überwinden.

Das Berufsorientierungspraktikum wird insofern von der Schule begleitet, als die Schülerinnen und Schüler während ihrer Praktikumszeit von ihren Betreuern – den in der Jahrgangsstufe unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen – besucht werden und diese ihnen bei Schwierigkeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das Anlegen und Führen einer Praktikumsmappe und das Erstellen eines Praktikumsberichts ist verpflichtend. Hinweise zum Praktikumsbericht werden den Schülerinnen und Schülern vor Beginn des Praktikums ausgehändigt (vgl. Berufswahlkonzept). Die Betreuungslehrerinnen und Betreuungslehrer beurteilen die Leistungen der Praktikanten und vermerken diese als Anlage zum Zeugnis der Qualifikationsphase.

 

Den Schülerinnen und Schülern werden im Bereich der Sekundarstufe II vielfältige Beratungs- und Informationsmöglichkeiten angeboten, die zunehmend auf Selbstverantwortlichkeit und individuelle Bedürfnisse ausgerichtet sind:

  • der Besuch des Berufs- und Informationszentrums (BIZ) Hagen mit Einführung in dessen Nutzungsmöglichkeiten, begleitet durch die Arbeitsagentur
  • berufsfeldbezogene Beratungen und allgemeine Informationsveranstaltungen durch die Ansprechpartner der Arbeitsagentur Hagen („Möglichkeiten nach dem Abitur – Ausbildung, Studium, Duales Studium“ für die Schülerinnen und Schüler der Q 1 am Ende des ersten Halbjahres)
  • individuelle Eignungstests über Berufsberater oder durch Angebote unterschiedlicher Institutionen (z.B. Universitäten, Krankenkassen oder die SIHK)
  • der Durchführung einzelner Module aus dem Programm Uni-Trainees (erstmals 2013) im Rahmen eines Studien- und Berufswahlvorbereitungstages der Jg. Q1 und Q2
  • Berufsbildvorstellung durch die Rotarier (im November): etwa 25 Berufspraktiker aus der Region stehen für Fragen zur Verfügung, die das Studium oder die Ausbildung betreffen
  • Besuch der Hannover-Messe durch Leistungskurse (z. B. Biologie, Chemie oder Physik)
  • Tage der offenen Tür (Besuch einer Universität bzw. deren Fachschaften) oder anderweitige Informationsangebote der Universitäten (Schüler-Uni, Schüler-Campus)
  • Studienberatung (z. B. durch Vertreter regionaler Studienbüros)
  • Schnupperstudium (z.B. in Anbindung an das Schulnetzwerk „Uni-Kompass – Brücken ins Studium“ der Ruhr-Universität-Bochum)
  • ständig aktualisierte Aushänge und Auslagen von Informationsbroschüren zum Ausbildungs- und Studienangebot
  • in der Q 1 Teilnahme an der Management-AG der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), in der die Schülerinnen und Schüler sieben Arbeitsbereiche in regionalen Unternehmen in der Praxis kennen lernen (von der Produktion über den Vertrieb bis hin zum Management) und eine Zertifizierung darüber erhalten
  • Assessment-Center (in Zusammenarbeit mit der AOK)
  • mindestens zwei Beratungstermine der Arbeitsagentur Hagen pro Schulhalbjahr, davon einer im Rahmen des Elternsprechtages, sodass bei Bedarf auch Eltern das Beratungsangebot nutzen können
  • ein einwöchiges Praktikum im Rahmen des Pädagogik-Leistungskurses am Ende des ersten Schulhalbjahres der Q1.

(Michaelis-Lichey, Kill)