Die Mittelstufe am GSG

Die Mittelstufe (Klasse 7 bis 9) stellt eine Brücke zwischen Unter- und Oberstufe dar. Die Schülerinnen und Schüler befinden sich zu dieser Zeit in einer besonders sensiblen Entwicklungssphase und sollen sich zunehmend Kompetenzen aneignen, die sie einerseits für ihre Allgemeinbildung und andererseits für ein erfolgreiches Absolvieren der Sekundarstufe II benötigen. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Wetter unterstützt die Jugendlichen in diesem Anliegen.

Seit geraumer Zeit wird die Qualität der Bildung an vergleichbaren Standards gemessen. Für die Mittelstufe des G8-Bildungsganges sind das die Lernstandserhebungen 8, die ein wichtiges Diagnoseinstrument und somit eine aussagekräftige Grundlage für die Unterrichtsentwicklung darstellen. Lehrerinnen und Lehrer erhalten hier Informationen über Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten einzelner Schülerinnen und Schüler oder Lerngruppen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts in der Mittelstufe ist der Differenzierungsbereich, durch den individuellen Interessen und Neigungen Rechnung getragen wird. Neben dem gemeinsamen Pflichtunterricht kann aus dem Angebot der Schule ein Kurs gewählt werden: Zur Zeit werden Französisch, Latein, Englisch-Erdkunde bilingual, Literatur, Naturwissenschaft-Technik sowie Mathematik-Informatik angeboten (s. unten).

Die Studien- und Berufsorientierung gilt als ein wesentlicher schulischer Auftrag der Mittelstufe. Zentrales Element ist das Schülerbetriebspraktikum sowie das Diagnoseinstrument „Potentialanalyse“, das eine Auseinandersetzung der Jugendlichen mit möglichen Berufsfeldern initiiert.

Die Schülerinnen und Schüler übernehmen in der Mittelstufe besondere Verantwortung für andere, z.B. durch ihre Ausbildung und Tätigkeit als Klassenpaten, Streitschlichter oder Schulsanitäter. So wird nicht nur ein gutes Lernklima in unseren Klassen gewährleistet; auch die Sozialkompetenz der Jugendlichen steigt.

In der Mittelstufe tendieren viele Schülerinnen und Schüler dazu, sich kritisch und differenziert mit tagesaktuellen Problemen und Fragestellungen auseinanderzusetzen. Dieser Neigung wird durch die Teilnahme am Zeus-Projekt in Klasse 8 sowie am landesweiten Wettbewerb Jugend debattiert (s. Fachbereich Deutsch und individuelle Förderung) Rechnung getragen.

Eine Besonderheit der Mittelstufe stellt die Skifahrt ins Ahrntal der gesamten Stufe 8 im Januar/Februar dar. Während dieser Stufenfahrt lernen bzw. erweitern die Jugendlichen nicht nur auf unterschiedlichen Niveaustufen die Fähigkeit, Ski zu laufen, sondern wachsen auch über die Differenzierungskurse hinaus als Jahrgangsstufe zusammen, was eine ideale Voraussetzung für die Arbeit in der Oberstufe darstellt. Viele (ehemalige) Schülerinnen und Schüler sehen in dieser Fahrt einen Höhepunkt ihrer Schulzeit am Geschwister-Scholl-Gymnasium.

Wenn die Klasse 9 erfolgreich bestanden wird, ist der Besuch der gymnasialen Oberstufe an einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg möglich. Im ersten Jahr der Oberstufe, der Einführungsphase, kann bei Erfüllung der Versetzungsbedingungen der sogenannte Mittlere Bildungsabschluss – der Realschulabschluss mit oder ohne Qualifikation/Fachoberschulreife – erworben werden. Der Hauptschulabschluss Klasse 10 ist ebenfalls möglich.

 

Der Wahlpflichtbereich II (Differenzierungsbereich) am GSG

Für das Schuljahr 2015/2016 waren folgende Fächer bzw. Fächerkombinationen wählbar:

 

Französisch

Das Fach wird im Differenzierungsbereich ebenso wie Latein als 3. Fremdsprache dreistündig angeboten. Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler sukzessive auf den Französischunterricht in der Oberstufe vorbereitet, um hier mit denjenigen zusammen zu lernen, die Französisch als 2. Fremdsprache ab Klasse 6 erworben haben. Grundzüge der französischen Grammatik sowie ein themenspezifischer Wortschatz werden Schritt für Schritt erworben. Dabei stehen der Erwerb interkultureller Kompetenzen sowie die mündliche Kommunikation besonders im Vordergrund.

Latein

Der Differenzierungskurs im Fach Latein setzt sich aus einer Grund- und einer Ausbauphase zusammen und schließt mit einer Phase kontinuierlicher Lektüre ab. In der Q-Phase kann das Latinum erworben werden, das immer noch eine Voraussetzung für viele Studiengänge darstellt.  Neben der Sprache selbst erweitern die Kursteilnehmer ihre Fähigkeit zu Reflexion über Sprache und ihr Wissen über Römer und Griechen, Mythen, Sagen, Fabeln sowie Literatur und Philosophie. Neben Übersetzungen und Grammatikübungen steht auch ein kreativer Umgang mit lateinischen Texten (z.B. szenische Umsetzung, Parodie, Song, Bildergeschichte) im Vordergrund.

Geschichte-Sozialwissenschaften-Literatur

Dieser Kurs richtet sich an alle kreativen Schülerinnen und Schüler, die gern lesen oder einen Zugang zu Jugendliteratur finden wollen. Zunächst steht die Auswahl einer gemeinsamen Lektüre, z.B. eines aktuellen Jugendromans, im Vordergrund, die dann gemeinsam gelesen und erarbeitet wird. In einem zweiten Schritt überlegen die Kursteilnehmer zusammen mit der Fachlehrerin bzw. dem Fachlehrer, wie dieser Text kreativ umgesetzt werden kann. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß: Man könnte Textteile umschreiben, aus neuer Perspektive schreiben, ein alternatives Ende verfassen, Textpassagen bildlich darstellen, vertonen, mit Musik unterlegen, eine Fortsetzung schreiben etc. Am Ende des Kurses steht eine Veröffentlichung dieser Arbeiten vor einem Publikum, als Zeitung, im Rahmen der jährlichen Vernissage, eines Literaturcafés o.ä. 

Mathematik-Informatik

In diesem Kurs werden zunächst Grundkenntnisse in den Bereichen Textverarbeitung (Texte, Bilder, Formeln) und Tabellenkalkulation vermittelt. Einen zweiten Schwerpunkt bilden das Gestalten einer Homepage sowie das Erlernen einer Scriptsprache. Im zweiten Kursjahr werden o.g. Kenntnisse und Fähigkeiten vertieft. Die Schülerinnen und Schüler erlernen zudem eine Programmiersprache und das Erstellen von Datenbänken.

Naturwissenschaft-Technik

Dieser Differenzierungsbereich für die Jahrgangsstufen 8 und 9 soll auf den Themenschwerpunkten Computertechnik und Elektronik aufgebaut werden. Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Nutzung eines Computers mit dem Namen Raspberry Pi, der in England speziell für die Schule entwickelt wurde. Er ist nicht größer als eine Scheckkarte und kostet inklusive aller benötigten Teile circa 50 €. Trotz des günstigen Preises kann das Gerät als vollwertiger Computer verwendet werden. Unter anderem ist es möglich eine vollständige Office-Umgebung mit dem Namen Libre-Office zu installieren und kostenlos zu nutzen. Gleichzeitig lassen sich mit diesem kleinen Rechner aber auch elektronische Bauteile wie Leuchtdioden und Motoren sehr einfach ansteuern. Dies ermöglicht die Vernetzung mit dem zweiten Themenschwerpunkt „Elektronik“.

Im Themenbereich Elektronik sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Funktion verschiedene Bauteile haben und wie sie miteinander verschaltet werden können. An dieser Stelle wird auch die Funktionsweise eines Transistors behandelt. Neben der theoretischen Behandlung der Themen sollen die Schülerinnen und Schüler vor allem auch praktisch mit den Bauteilen umgehen.

Ein wichtiges Ziel dieses Kurses ist es, ein tieferes Verständnis für die Grundlagen der modernen multimedialen Technik zu entwickeln, in der die Schülerinnen und Schüler groß werden. Dabei wird vor allem Wert darauf gelegt, dass die vermittelten Inhalte auch nach den zwei Jahren des Differenzierungsbereichs sinnvoll angewendet werden können.

Englisch-Erdkunde bilingual

Dieser Kurs stellt eine Vertiefung und Ergänzung der Inhalte des Kernlehrplans Erdkunde dar. Das besondere ist, dass der Unterricht zweisprachig abläuft, und zwar vornehmlich auf Englisch. Dabei werden methodische und fachsprachliche Fertigkeiten auf Englisch vermittelt, z.B. die Analyse von Karten, Diagrammen, Statistiken. Zu den Inhalten gehören „living and working on different continents“ und „China – a growing economy and community“. Somit fördert das Fach Englisch-Erdkunde bilingual die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, in interkulturellen Kontexten zu agieren, und erweitert dadurch ihre allgemeine Lebens- und Berufsperspektive.