Schüleraustausch von GSG und FHS – Aufregende Tage in Spanien

 

Nachdem die spanischen Gäste 10 Tage im September 2017 Wetter und Herdecke besucht hatten, wurde der Gegenbesuch der Austauschteilnehmer des GSG und der FHS vor den Osterferien mit großer Spannung erwartet. Vom 14. März bis 23. März 2018 ging es dann nach Spanien. Vom Flughafen Düsseldorf aus starteten 5 Wetteraner und 6 Herdecker Schülerinnen und Schüler mit 2 begleitenden Lehrerinnen die 3-stündige Flugreise nach Jerez de la Frontera (Cádiz). Schon gegen 10 Uhr morgens wurden wir in der Partnerschule El Centro Inglés in El Puerto de Santa María von der Schulleitung, der Austauschkoordinatorin und den Aus-tauschpartnerinnen und -partnern freudig empfangen.

In einer Bar gegenüber der Schule konnten die deutschen Teilnehmer anschließend zum ersten Mal ihre Sprachkenntnisse im Gastland anwenden und ein spanisches Frühstück bestellen.

Bereits am folgenden Tag sah das Austauschprogramm einen längeren Ausflug vor: Ronda, eine Kleinstadt in der Provinz Málaga (723 m ), eine der größten Ortschaften unter den „weißen Dörfern“ Andalusiens. Typisch für Ronda ist die maurisch geprägte Altstadt, La Ciudad, die auf einem rundum äußerst steil abfallenden Felsplateau liegt. Die Altstadt ist vom jüngeren Stadtteil durch eine knapp 100 m tiefe, vom Río Guadalquivir gebildete Schlucht getrennt. Nicht nur der Blick in die Tiefe, sondern auch die Aussicht auf die andalusische Landschaft waren beeindruckend.

 

Der zweite Ausflug war zweifelsfrei einer der vielen Höhepunkte unserer Reise: Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens (ca. 112 km entfernt).

Die riesige Plaza de España, einer der bekanntesten Plätze der Stadt wird von einem halb-kreisförmigen Gebäude, das sich nahtlos um den Platz legt, begrenzt. Der im Durchmesser 200 m große Halbkreis soll eine Umarmung der südamerikanischen Kolonien durch Spanien symbolisieren. Unterhalb des Gebäudes befinden sich Sitzbänke und Ornamente aus wunderschönen Fliesen; dort präsentieren sich die 48 spanischen Provinzen.

Hier sitzen die deutschen und spanischen Austauschpartner vor der Provinz Cádiz:

An die Besichtigung des Torre del Oro (Goldturm), der zu den historischen Befestigungs-anlagen gehört und aus der Zeit stammt, als die Stadt den wichtigsten Seehafen von Andalusien darstellte, schloss sich ein ausgiebiger Rundgang durch den Alcázar (als Festung der Arabern 913 begonnen und später von den spanischen Königen als Palast erweitert) an.

 

Dort ist die Kunst der maurischen Handwerker zu bewundern: beeindruckende Deckenge-wölbe, exzellente Stuckarbeiten und wunderschöne alte Kacheln und Fliesen in leuchtenden Farben. Der Nachmittag diente der individuellen Erkundung der interessanten Stadt.

 

Das Wochenende verbrachten die Schülerinnen und Schüler mit den Gastfamilien.

Auch die vier folgenden Tage waren erlebnis- und abwechslungsreich.

Montags stand eine Fahrradtour durch ein Naturschutzgebiet (Los Toruños) auf dem Plan: die Tour führte durch drei verschiedene Ökosysteme (Sumpfgebiet, Aleppo Kiefern, Strand) und schloss mit einem kleinen Vortrag über Flora und Fauna ab.

 

Am Dienstag brachte uns der Bus, der uns bei jedem der Ausflüge an der Schule abholte und dorthin zurückbrachte, ins etwa 20 km entferte Jerez de la Frontera. Auch dort gibt es eine ehemalige maurische Festung, den Alcázar, der sich jedoch von dem sevillanischen deutlich unterscheidet:

 

Der Höhepunkt an diesem Tag war der Besuch in der Real Escuela de Arte Ecuestre (königl. Hofreitschule). Leider durften während der 1,5 Std. dauernden Präsentation der klassischen andalusischen Reitkunst keinerlei Aufnahman gemacht werden.

 

Dafür bot sich den Schülerinnen und Schülern am Mittwoch die Gelegenheit eines Reitversuchs auf einem andalusischen Pferd inklusive einer kleinen Kutschfahrt.

Vorher gab es morgens in der Schule die ersten Anleitungen sevillanas zu tanzen, die volkstümliche Art des flamenco.

 

Der vorletzte Tag führte uns in die Provinzhauptstadt Cádiz: mit dem Katamaran ging es bei teilweise grenzwertigem Wellengang durch die Bucht von El Puerto de Santa María aus.

 

Auf einer Stadtrundfahrt konnten erste Eindrücke gesammelt werden, anschließend mussten die spanischen Austauschpartner nach einem kleinen Gang durch die Innenstadt leider früher zur Schule zurückkehren, da zwei von ihnen wegen besonderer Leistung und herausragenden Verhaltens im Rahmen einer Feierstunde geehrt wurden. Nach unserer Rückkehr konnten wir noch den Abschluss dieser Zeremonie miterleben.

 

Freitag früh fiel unser Abschied sehr emotional aus, wenn er auch für einige Teilnehmer vielleicht nicht endgültig sein mag, denn zum Teil wurden schon Pläne für ein privates Treffen geschmiedet.

Insgesamt erwies sich dieser zweite Schüleraustausch mit unserer Partnerschule als absolut gelungen aus, die ‚Chemie‘ zwischen den ‚parejas‘ stimmte, die Ausflüge und Besichtigungen waren noch abwechslungsreicher als beim ersten Mal und in der Gestaltung wesentlich ge-lungener.

Obwohl uns das Wetter in den ersten Tagen nicht besonders gesonnen war und wir statt Sonne und Wärme genießen zu können, Regen, Sturm und (relative) Kälte ertragen mussten, wurden wir auch mit besserem Wetter und blauem Himmel entschädigt. Insbesondere haben aber unsere Austauschpartner – Schülerinnen und Schüler sowie die überaus netten Kolleginnen und Kollegen – zu diesem gelungenen Erlebnis beigetragen.

Abschließend möchte ich mich bei unseren Schülerinnen und Schülern (Wetteraner u. Herdecker) für ihr vorbildliches Verhalten bedanken.

 

(DOMB, 13.04.2018)